Lernende Regionen - Teilprojekte

BERUFLICHE ORIENTIERUNG & QUALIFIZIERUNG VON JUGENDLICHEN

Anforderungsprofil der Projekte

    Nachhaltigkeit:
  • Sie erfassen die Lebenslagen der jungen Menschen in ihrer Gesamtheit
  • Sie fokussieren eine Zukunftsperspektive, die vergangene und aktuelle Lebenslagen zum Ausgangspunkt nimmt.
  • Sie setzen auf individuelle Stabilisierung, auf das Erarbeiten und Bewusstmachen von individuellen Stärken und Potenzialen.

Die solcherart erreichbare Weiterentwicklung von Persönlichkeit und der Zugewinn an Selbstbewusstsein sind nachhaltig im Sinne positiver Lebensgestaltung.

Einmal gewonnene und erarbeitete Einsichten, Lebens- und Selbsterfahrungen sind nicht mehr ohne Weiteres zu entwerten: Sie sind zu persönlichem "Kapital" geworden, das nachhaltig wirksam bleibt. Angesichts ansonsten düsterer Prognosen insbesondere für benachteiligte Jugendliche sind die anvisierten Wirkungen dieser Art nicht nur notwendig, sondern lebenswichtig.

Methoden- und Anwendungswissen:

Durch die Kooperationen im Netzwerk werden bildungsbereichs-übergreifende Szenarien geschaffen. Ein zentrales Stichwort lautet:

Zusammenarbeit der Schulen mit Trägern der Jugendberufshilfe und außerschulischen Jugendarbeit.
Hier findet ein (längst überfälliger) Methodentransfer statt, der einerseits dem Anspruch "Öffnung der Schule" entspricht und gleichzeitig die frühzeitigen Wirkungsmöglichkeiten der Jugendberufshilfe erhöht. Ähnliches gilt für die Kooperationen zwischen Schule und Betrieben. Es gibt neue Chancen, Lernmotivation bei Jugendlichen zu entwickeln und Lernprozesse zu rekonstruieren. Erlebnisorientiertes und anwendungsbezogenes Lernen in innovativen Projektsettings kann Lernen "entfesseln".

Registerkarte Projektmodule

Berufsorientierung

Die Projektmolule

Zusatzinformationen

Regionalität und Übertragbarkeit:

Alle Projekte haben zunächst einen experimentellen Status. Sie können sich in einer konkreten Situation als Standard-Methode bewähren; - sie sollen (ganz oder teilweise) in andere Zusammenhänge übertragbar sein. Generell ist bei jedem Einzelprojekt die a-priori-Möglichkeit von Anwendungs-Transfer gegeben. Darauf wird von Anfang an geachtet. Auf welche Art und Weise dies jedoch umzusetzen ist, das wird in jedem Einzelfall zu prüfen sein. Detaillierte Auswertungen sind hierfür erforderlich, diese sollen mit Hilfe von wissenschaftlicher Begleitung (GHK) ermöglicht werden. (BPS und Diplom-Arbeiten)

Wichtige Rahmenbedingung bei der Konzeptionierung von Projekten ist die regionale Struktur und Perspektive. Dies betrifft den engeren Bereich (z.B. Schul-Standort, Bezug zu Revier, Stadtteil, Lebensumfeld), jedoch auch die übergreifenden strukturellen Gegebenheiten der Region.

Beide Landkreise leiden unter einer hohen Arbeitslosigkeit bzw. einem "schwachen" Arbeitsmarkt. Dennoch gibt es Stärken in der Region, die wahrnehmbar gemacht, erschlossen und genutzt werden müssen. Hier ist in besonderem Maße die Zusammenarbeit mit den Kammern und Betrieben gefragt und erfordert. Stichworte wie "Tourismus", "Logistik" und "Öffentlichkeitsarbeit" beschreiben einen ersten Grundriss für Aktivitäten. Sie zu vertiefen, bedarf es guter Kooperationen mit den Kammern, den Betrieben, den Kommunen und ihrer Wirtschaftsförderung.

Der Gender-Aspekt

Alle Aktivitäten mit dem Anspruch beruflicher Orientierung und Qualifizierung von Jugendlichen sind naturgemäß mit der differenzierten Betrachtung von Gender-Aspekten befasst.

So ist seit langem bekannt und als aktuelle Tendenz bestätigt, dass das Berufswahlspektrum von Mädchen und jungen Frauen eingeschränkt ist. Dies gilt in besonderer Weise für solche mit niedrigen formalen Bildungsabschlüssen. Hier ergeben sich folgende Fragen:

  • In welchen Arbeitsfeldern sind "weibliche Potenziale" noch (zu) wenig wahrgenommen, präsent und genutzt ?
  • Welche Handlungs- und Berufsfelder können für Mädchen und junge Frauen zusätzlich erschlossen werden?
  • Welche Förderszenarien sind daraufhin zu konzipieren, zu entwickeln und zu erproben?

Auch Orientierungsdefizite von jungen Männern werden im Zusammenhang mit der Gender-Mainstream-Debatte in jüngster Zeit verstärkt wahrgenommen. Die Schwierigkeit ihrer Identitätsfindung besteht vor dem Hintergrund mangelnder Orientierungspunkte (insbesondere im persönlichen Bereich), brüchiger Rollenidentifikationen und gleichzeitig hohem Anforderungsdruck im Hinblick darauf, "erwachsen" und "selbständig" sein zu wollen.

Angesichts der von der Arbeitswelt zunehmend geforderten persönlichen Reifegrade und Kompetenzen erscheinen die Defizite gerade der männlichen Jugendlichen umso gravierender. Deshalb liegt in allen Projekten ein Schwerpunkt auf persönlichen Orientierungshilfen. Eine besondere Qualität besteht in der Beziehungsarbeit mit heranwachsenden jungen Männern.

Sowohl in Beratungen, wie auch in Tests, Praktika, betrieblichen Projekten und anderen Lernumgebungen besteht eine wesentliche Aufgabe darin, Vertrauen zu aktivieren und persönliche Dimensionen dahingehend zu erschließen, dass auch die Geschlechterrolle bearbeitet und entwickelt werden kann.

 

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