|
BERUFSORIENTIERUNG: Die Produktionsschule
Träger: ProPäd Bad Hersfeld e.V. (Hersfeld-Rotenburg) und Werkstatt für junge Menschen Eschwege e.V. (Werra-Meißner)
Ausgangssituation
Wer einen schwachen Schulabschluss hat, ist gefährdet beim Übergang von der Schule in den Beruf. Junge Menschen, die den Schulbesuch vorzeitig abbrechen, verlieren dagegen bereits die Voraussetzungen zur Aufnahme einer Berufsausbildung und einer gesicherten Arbeitsstelle.
Das Projekt "Produktionsschule" hat das Ziel, sich den "unbeschulbar" erklärten Jugendlichen zuzuwenden und ihnen ein attraktives werk-pädagogisches Angebot zu unterbreiten. Die jungen Menschen sollen befähigt werden, für sich selber Verantwortung zu übernehmen und selbständig mit einer Erwerbsarbeit am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.
Die Produktionsschule hat die Aufgaben, die den jungen Menschen innewohnenden Kräfte und Potenziale wieder zu mobilisieren und Möglichkeiten für neues Lernen zur Verfügung zu stellen. Störungen bei den jungen Menschen werden deshalb auch als etwas Veränderbares begriffen und Krisen als Entwicklungsschritte und Chancen für einen Neubeginn angesehen.
Gemäß den programmatischen Zielen der "Lernenden Region" geht es also im Projekt Produktionsschule darum, die Kluft zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Gruppen zu verkleinern.
|
 |
|
Berufsorientierung
Die Projektmolule
Zusatzinformationen
|
|
|
Grundannahmen zur Schulverweigerung
"Schulflucht" oder "Schulmüdigkeit" äußern sich bei den Jugendlichen unterschiedlich:
Einige Schüler und Schülerinnen besuchen den Unterricht höchst unregelmäßig oder sind als Schulverweigerer längst aus der normalen Beschulung herausgefallen. Ohne eine sozialpädagogische Betreuung sind diese Jugendlichen nur noch mit Zwangsmaßnahmen zum Schulbesuch anzuhalten. Dieses Vorgehen muss letztlich erfolglos bleiben. Es führt bei den Jugendlichen nicht zu einer tatsächlichen Veränderung der Ursachen ihrer Verweigerungshaltung bzw. zu einer Veränderung dieser Haltung gegenüber Schule und traditionellen Bildungsangeboten.
Andere Jugendliche äußern ihre Verweigerungshaltung durch übermäßiges und massives Stören des Unterrichts oder über eine bloße Anwesenheit im Unterricht, ohne dabei in einen Lernprozess eingebunden zu sein.
Allen Ausdrucksformen ist gemeinsam, dass ein Kreislauf des Misserfolgs an schulischen Negativerlebnissen (sowohl auf Leistungs-, wie auf Beziehungsebene) in Gang gesetzt wird, der alltäglich Ärger; Frustration und Selbstwertprobleme produziert.
Die Ursache der Schulverweigerung besteht i.d.R. in biografischen und/oder sozialen Defiziten, die aus erlebten Entwertungen, Ohnmachtsgefühlen und mangelnder Fürsorge von Seiten der Herkunftsfamilie oder des sozialen Nahraums resultieren. Eine wachsende Perspektivlosigkeit von Jugendlichen ohne oder mit einem gering bewerteten Schulabschluss (im Hinblick auf den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt) verringert die Motivation zum Lernen. Wenn die Schule mit ihren Möglichkeiten nicht hinreichend auf die Defizite und Erfahrungen dieser Jugendlichen eingehen kann, bleibt der Negativ-Kreislauf bestehen.
Zielgruppen
Aus dem Begriff "Schulverweigerung" geht zunächst hervor, dass das Angebot "Produktionsschule" sich an die Zielgruppe der vollzeit-schulpflichtigen Jugendlichen wendet.
Hier sind es hauptsächlich 13-15-Jährige, bei denen sich das Verhaltensmuster "Verweigerung" als durchgängig etabliert und zu verfestigen droht.
Hier Möglichkeiten zu entwickeln, bei denen – biografisch und gesellschaftlich "normale" – Zugänge zum Lernen wiederhergestellt werden, ist ein wesentliches Ziel des Projektes.
|