Lernende Regionen - Teilprojekte

BERUFSORIENTIERUNG: Die Produktionsschule

Umsetzungsstrategien:

Aufgrund der verschiedenen Ausgangsbedingungen in Hersfeld-Rotenburg und im Werra-Meißner-Kreis empfehlen sich unterschiedliche Einstiegsszenarien für die Standorte Bad Hersfeld und Eschwege. Auch wegen der komplexen Problemlage im Hinblick auf die Schulpflicht der beiden Zielgruppensegmente (siehe oben, "Zielgruppen") empfiehlt sich ein differenzierter Einstieg. Dieser orientiert sich an den zurzeit vorhandenen – lokal und regional – unterschiedlichen Möglichkeiten und Einschätzungen.

Dabei wird für die Projektumsetzung perspektivisch Folgendes angestrebt:
Informationsfluss und abgestimmte Konzeptionierung:

  • Dies beinhaltet gemeinsame Arbeitsplattformen beider Projektpartner von Anfang an. Hier werden die Meilensteine für die gesamte Projektentwicklung sowie für die einzelnen Schritte der Umsetzung kommuniziert.
  • Die Evaluation beider Projekte ist ein gemeinsamer Prozess.
  • Die wissenschaftliche Begleitung liegt in einer Hand (GHK).

Die spätere Vernetzung – bezogen auf Zielgruppen und Ressourcen – ist strukturelles Ziel des gesamten Prozesses. Dies ist von Beginn an angelegt und zielt auf eine optimierte Vernetzung zum Ende der Projektphase "Lernende Regionen".

Registerkarte Projektmodule

Berufsorientierung

Die Projektmolule

Zusatzinformationen

Umsetzung in der Region

Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Träger: ProPäd e.V. Bad Hersfeld


Speziell für Jugendliche nach Beendigung ihrer Vollzeitschulpflicht soll in Bad Hersfeld eine Produktionsschule entstehen. Die Kreisstadt verfügt als Oberzentrum über eine sehr gute schulische Infrastruktur, sie weist eine breite Palette von Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe auf.

Projektverlauf

Um das Projekt Produktionsschule zu realisieren, sollen Praxiserprobung und Weiterentwicklung des konzeptionellen Ansatzes parallel zueinander stattfinden.

Dieses Vorgehen erlaubt eine erfahrungsgestützte Optimierung des Modells Produktionsschule und ermöglicht den kontinuierlichen Aufbau von Kooperationsstrukturen und die Erschließung finanzieller Ressourcen.

Die Produktionsschule soll im September 2003 in Bad Hersfeld in einem Berufsfeld die Arbeit aufnehmen. Hier sollen zunächst zwölf benachteiligte junge Menschen in der Produktionsschule auf die erfolgreiche

(Re-)Integration in Schule oder Ausbildung/Arbeit vorbereitet werden. Als Berufsfelder kristallisieren sich z. Z. die Bereiche Hotel/Gaststätte sowie Logistik/Büro/IT heraus. In der Folge geht es darum, sukzessive weitere Berufsfelder für die Produktionsschule zu erschließen und den Jugendlichen anzubieten.

Hierfür muss der regionale Bedarf ermittelt und einbezogen werden. Dies gilt einerseits für den Arbeitsmarkt, aber auch für den Konsumgüter- und Dienstleistungsmarkt, denn die Produktionsschule soll marktfähige Dienstleistungen und/oder Produktionsgüter entwickeln und vermarkten.

Aufnahme- und Auswahlverfahren (Assessment, Auswahlgremium) müssen erarbeitet werden, ebenfalls der Einbezug in die vorhandene Struktur der Jugendberufshilfe.


Werra-Meißner-Kreis
Träger: Werkstatt für junge Menschen Eschwege e.V.


Vor allem mit Blick auf die Jugendlichen, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, sollen in der Region Eschwege Möglichkeiten entwickelt werden. Auch in Eschwege lässt sich eine gute Infrastruktur der Jugendberufshilfe feststellen, aber auch hier ist das Problem der Schulverweigerung im Ansteigen begriffen, und es gibt bisher keine erkennbaren Lösungsansätze.

Dabei wächst das Problem schon rein quantitativ. Indiz dafür ist der Anstieg der Ordnungswidrigkeitsverfahren, die bei den Schulämtern registriert werden (auch wenn dies nur die Spitze des Eisberges markiert). Die Jugendlichen geraten in einen (halb-) illegalen Status, viele "hängen ab", verlieren die letzten Reste von "Strukturen" und werden von daher immer schwerer reintegrierbar.

Das Problem wächst aber auch deshalb, weil die Folgen der so erzeugten Ausgrenzung immer fataler werden angesichts einer sich zunehmend polarisierenden Gesellschaft. Gerade hier setzt die Programmatik der Lernenden Regionen an: Lebenslanges Lernen, Verringerung der Distanzen zu "lernfernen" Gruppen, Verhinderung von Ausgrenzung sind die zu erreichenden Ziele. Diese Ziele können nur in gemeinsamer, vernetzter Aktivität erreicht werden; abgestimmtes, systematisches und koordiniertes Vorgehen ist höchstes Handlungsgebot. Aus diesen Gründen soll auch in Eschwege ein spezieller, den regionalen Bedingungen angepasster, Handlungsansatz verfolgt werden.

 

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