Lernende Regionen - Teilprojekte

BERUFSCHANCEN DURCH INTEGRATION: Interkultureller VermittlerIn

PROJEKTBESCHREIBUNG: Konzeptionelle Vorüberlegung/Projektideen.

Die gezielte Förderung dieser Ressourcen , d.h. vorhandene fachwissenschaftliche Kenntnisse, Sprachkompetenz und spezifische Kenntnisse der eigenen sozialen Gruppe ermöglicht es MigrantInnen schwierige Integrationsprozesse in Zusammenarbeit mit den damit beauftragten Institutionen vermittelnd und beratend zu begleiten.

Erfahrungen dazu wurden bereits bei den europäischen Nachbarn gesammelt. In Deutschland gibt es derzeit einige Projekte, z.B. in Kassel, in denen dieser Weg erprobt wird. Die systematische Entwicklung einer anerkannten Qualifizierung von MigrantInnen für den Bereich der interkulturellen Vermittlung wird bisher jedoch nicht koordiniert verfolgt.

Im künftigen Zuwanderungsgesetz werden rechtliche Grundlagen für die Zuwanderung beschrieben. Hier werden regelhafte Integrationsangebote (Sprachkurse, Politische Bildung, berufliche Integration)gefordert, die nach dem Willen der Bundesregierung unter dem Leitgedanken "Fördern und Fordern" gestützt werden durch "Integrationskontrakte", vertragliche Vereinbarungen, über den Verlauf des Integrationsprozesses.

Mit der Entwicklung einer spezifischen und anerkannten Qualifikation von MigrantInnen für den Bereich der Interkulturellen Vermittlung kann ein Qualifikationsmerkmal und eine berufliche Perspektive für MigrantInnen geschaffen werden. Gleichzeitig wird damit auch der Forderung des Bundesinnenministers entsprochen, MigrantInnen am Prozess der Integration aktiver zu beteiligen.

Auch in Betrieben mit einem höheren Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund sind Störungen und Konflikte oftmals aus interkulturellen Dissonanzen zu verzeichnen. Die Qualifizierung von Beschäftigten zu Interkulturellen Vermittlern und deren Einbindung in Betriebe der Region mit hohem Ausländeranteil hilft Konflikte und Probleme schon im Ansatz zu vermeiden.

Registerkarte Projektmodule

Interkultur

Chancen durch Integration

Kernpunkte des Projektansatzes sind:

Qualifizierung von MigrantInnen für den Bereich der interkulturellen Vermittlung in Konfliktsituationen, z.B. mit Behörden, innerhalb der Arbeitsstelle, im Wohnumfeld. Qualifizierung für den Bereich der Integrationsbegleitung von Zuwanderern.

Qualifizierung in Verbindung mit der Zertifizierung durch einen anerkannten Bildungsträger, um arbeitslosen MigrantInnen eine berufliche Perspektive durch die Spezialisierung auf ein Arbeitsfeld zu schaffen, indem sie auf dem Hintergrund eigener (Migrations)Erfahrungen und sprachlich - sozialer Kompetenzen Moderations- und Meditationsfähigkeiten im interkulturellen Dialog konstruktiv, d.h. konfliktklärend, tätig werden können.

Im Arbeitsleben stehende MigrantInnen (Schulen, Behörden, Industrie und Handwerk) sollen ebenfalls zur Nutzung dieses Angebotes angeregt werden, um durch die Qualifizierung den entsendenden Institutionen ein höheres Maß an kultursensibler Kundenorientierung und Mitarbeiterführung zu eröffnen.

Die durch die Interkulturellen VermittlerInnen eingebrachten Erfahrungen und Arbeitsformen sollen dazu beitragen, dass es langfristig zu einem Umdenken im interkulturellen Kontakt und damit zu einem Rückgang interkultureller Konflikte in der Arbeitswelt und im Alltag kommt, dadurch wird auch die Integration von MigrantInnen erleichtert.

Entscheidend für den Erfolg ihrer Arbeit ist eine Netzwerkorientierung, wie sie von den Förderprogrammen des Bundes erwartet wird. (d.h. Kooperationen mit unterschiedlichen Projekten, Institutionen wie z.B. der Arbeitsverwaltung).

Perspektivisch ist an die Einrichtung eines Büros für Interkulturelle Vermittlung als Dienstleistungsagentur gedacht, für das die in den Ausbildungsgängen qualifizierten MigrantInnen arbeiten sollen. Zielgruppe für die Ausbildung zum Interkulturellen VermittlerIn sind einerseits die in der Region lebenden MigrantInnen mit entsprechenden Einstiegsqualifikationen, andererseits aber auch MitarbeiterInnen der Ausländerbehörden, SozialamtsmitarbeiterInnen oder Betriebsräte, die sich weiterqualifizieren wollen.

Zurück

nach oben

Weiter mit Projektziele