Lernende Regionen - Teilprojekte

REGIONALES NETZWERK UMWELTBILDUNG

Konzeptionelle Vorüberlegungen - Querschnittsaufgaben

Nachhaltigkeit

Umweltbildung strebt Nachhaltigkeit an, d.h. zukunftsfähige Verhaltensweisen und dauerhafte Lernprozesse.

Nachhaltigkeit wird zuerst über die Inhalte, die Lerngegenstände, angesprochen. Hier gilt es in altersgemäßer Form Themen aufzugreifen, die ...

  • einen lokalen Bezug aufweisen und damit unmittelbar erfahrbar werden,
  • ein übergreifendes allgemeines Umweltproblem sichtbar machen,
  • ggf. eine Lösung des Problems ermöglichen oder doch in Sichtweite rücken,
  • ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander verknüpfen.

Solche Lerngegenstände reichen von Naturerleben und Umwelterkundungen (z.B. auf einem Bauernhof mit der Frage der unmittelbaren, lokalen umweltverträglichen gegenüber einer überregionalen umweltschädlichen Versorgung) über wissenschaftliche Untersuchungen von Umweltfragen (z. B. der Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten von Solarenergie) bis zum Einbringen von beruflichem Wissen und Lebenserfahrung in Umweltlernen (z. B. bei der Weitergabe von Kenntnissen über ökologischen Gartenbau in einem Seniorenarbeitskreis).
 

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Umweltlernen

Konzeptionelle Vorüberlegungen


Die begleitenden Lernprozesse sollen Langzeitwirkung entfalten. Das können sie nur, wenn die Lernenden selbst aktiv werden, Erfahrungen sammeln, ausprobieren können und nicht vorgefertigtes Wissen übernehmen sollen. Das bedeutet auch, dass den Lernenden fachliche Methoden und Arbeitsweisen vermittelt werden, die sie in die Lage versetzen, auch über das konkrete Vorhaben hinaus das eigene Lernen selbst organisieren zu können.

Die Verknüpfung von Inhalten und Methoden legt einen aufbauenden Lerngang nahe, bei dem sowohl die Sachbereiche wie die Lern- und Arbeitsmethoden zunehmend komplexer werden. Nachhaltigkeit wird hier durch den Anschluss an früher Gelerntes erreicht.

Die Grundidee anschlussfähigen Wissens liegt dem Zertifizierungskonzept zugrunde: Vom Kindergarten an sollen aufeinander aufbauende Veranstaltungen der Umweltbildung angeboten werden, deren erfolgreicher Abschluss jeweils mit einem Zertifikat honoriert wird. Dienen bei Kindergarten- und Grundschulgruppen die Zertifikate eher der Motivation und der Förderung einer positiven Einstellungen gegenüber Natur und Umwelt, so treten mit steigendem Alter fachliches Wissen und methodische Kenntnisse in den Vordergrund.

Lernen wird immer stärker an lebenspraktische Zusammenhänge geknüpft, die z. B. im späteren Berufsleben angewandt werden können (z. B. die Kenntnis von Messverfahren im Umgang mit alternativer Energiegewinnung). Zertifikate in höheren Schuljahrgängen können dann bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz vorgelegt werden und dienen auch dazu, die Einstellungschancen zu erhöhen. Davon, dass Umweltzertifikate eine Bedeutung im außerschulischen Bereich / im praktischen Leben erhalten, wird ein dauerhafter positiver Einfluss auf die Lernmotivation und auf das Umweltverhalten erwartet.
 

Regionalität

Die Umweltbildungsarbeit der drei tragend am Projekt beteiligten Partner ist fest im regionalen Umfeld verwurzelt und hat in den zurückliegenden Jahren bereits einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung eines regionales Leitbildes beigetragen.

Die Umweltbildungsstätte Licherode stützt sich bei ihrer Arbeit auf ein Netzwerk aus über 40 regionalen Kooperationspartnern, die bereit sind, Schulklassen und anderen Projektgruppen Einblick in ihren Arbeitsalltag zu geben. Mit dem Leitsatz "Eine Region wird zum naturnahen Lernort" wurde das Ökologische Schullandheim Licherode als eines der bundesdeutschen Modellprojekte bei der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover und in der Region selbst präsentiert. Im touristischen Handlungskonzept der Gemeinde Alheim kommt den Aspekten Umweltlernen und Naturerleben eine zentrale Bedeutung zu. Das Versorgungskonzept des ÖSTLi hat eine klare regional-ökologische Prägung, das heißt, die Lebensmittel werden bevorzugt von umliegenden Erzeugern direkt bezogen.

Das Zentrum für Umweltbildung und Solarenergie ist über die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen fest in den lokalen Agendaprozess eingebunden. So bringt sich die Jakob-Grimm-Schule bei regionalen Naturschutz- und Renaturierungsprojekten und bei der Gestaltung außerschulischer Lernorte aktiv mit ein, so bei der Anlegung des Auenerlebnispfades an der Fulda in Rotenburg. Praktika bei regionalen Betrieben gehören bereits jetzt zu den regelmäßigen Bildungsangeboten. Ein ganzheitlich-ökologisches Bildungskonzept mit klarer regionaler Verwurzelung soll sich zum zentralen Bestandteil des Schulprogramms entwickeln. Ein regionales Versorgungskonzept für das Bistro ist bereits in Ansätzen vorhanden, soll aber den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

Speziell durch die oben dargestellten Aspekte der Öffnung von Schule in die Region ist auch eine Bereicherung der Fremdenverkehrsangebote mit dem ZUmBiS-Projekt verbunden: So können z.B. vom Gebäude aus Fuß- und Radwege von der Fulda-Aue vor der Schule (Auen-Erlebnispfad) bis zu den Ausläufern des Knüllgebirges erschlossen und ggf. durch Informationsangebote und Vorträge ergänzt werden.

Das ZUmBiS engagiert sich zudem maßgebend bei der Mitarbeit am "Energietisch" des Kreises Hersfeld-Rotenburg und ist eng mit der Arbeit des Vereins "Waldhessen solar" verzahnt.

Auch der Kreisjugendhof Rotenburg stützt sich bei seinen Umweltbildungsprogrammen, die in den nächsten Jahren noch weiter ausgeweitet werden sollen, auf die Kompetenzen regionaler Partner wie das Hessische Forstamt Rotenburg, das Kreisheimatmuseum in Rotenburg oder regionale Handwerksbetriebe. Ein regionales Versorgungskonzept für die Bewirtschaftung der Einrichtung wird angestrebt. Auch der Kreisjugendhof beteiligt sich aktiv an der Arbeit der lokalen Agendagruppe, so durch das Mitwirken am Aktionstag Holz im Sommer 2002. Wie die beiden anderen beteiligten Einrichtungen auch ist der Kreisjugendhof organisch in die Region gewachsen und über die Mitarbeiterschaft in der Region verwurzelt.

Landschaftlich sind alle drei Regionen der Knüllregion zugeordnet. Der Zweckverband Knüllgebiet als Regionalforum hat im Jahr 2002 ein regionales Entwicklungskonzept erarbeitet, das im Rahmen der Förderprogramms LEADER+ von 2003 bis 2006 umgesetzt werden soll. Darin kommt dem Leitbild einer "Naturerlebnisregion Knüll" und dem Aufbau eines regionalen Netzwerkes für Umweltlernen zentrale Bedeutung zu. Den drei beteiligten Projektpartnern kommt auch im Rahmen des Knüllentwicklungskonzeptes eine Vorreiterrolle zu.

Diese klaren regionalen Verwurzelungen sollen durch die Durchführung des geplanten Zertifizierungsprojektes und den Ausbau des Netzwerkes Umweltlernen gestärkt und erweitert werden. Über den Transfer der Ergebnisse der Pilotphase auf eine weitere Teilregion der Lernenden Region Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner in der zweiten Projektphase soll sichergestellt werden, dass das Projekt der Gesamtregion zugute kommt.

Über die Mitarbeit in den offenen Arbeitsgruppen und die geplanten Fachtagungen in Zusammenarbeit mit der Regionalstelle Bad Hersfeld im Hessischen Landesinstitut für Pädagogik können sich interessierte Akteure der Umweltbildung aus der Gesamtregion am Entwicklungs-, Umsetzungs- und Revisionsprozess des Projektes beteiligen.
 

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